Parson Russell Terrier Informationen

Parson Russell Terrier Informationen

Artikel, Neues, Informationen

Die neuesten Gedanken

Alles wird gut!

Alles wird gut!

Hallo und herzlich Willkommen. Mein Name ist Christiane Jantz und ich bin Bloggerin. NEEEEIIIIIIIIIIN! Heute ist irgendwie jeder, der was mitteilen möchte, Blogger oder Bloggerin. Wir hängen das mal nicht ganz so hoch auf. Mein Name ist Christiane Jantz und ich möchte Wissen über den […]

Eine Hundefrau

Eine Hundefrau

gefunden auf Facebook, gelesen, geteilt und kopiert – von Sabrina Biermann… Eine Hundefrau lebt in ihrer eigenen Welt und nimmt anders am gesellschaftlichen Dasein teil als der Rest der Menschheit. Ob das nun mit voller Absicht geschieht oder es in ihren Genen festgelegt ist und […]

Kastration – ja – nein – warum?

Kastration – ja – nein – warum?

Hallo Ihr Lieben,

heute versuche ich mich mal einem Thema zu nähern, welches komplex ist und immer und immer wieder heftigst diskutiert wird.

Auslöser war ein etwas aus den Fugen geratener Beitrag auf FB, wo es darum ging, dass ein Paar auf dem Campingplatz mit einer Hündin aufschlug, die das erste Mal und das seit sechs Tagen läufig war. Ein Rüde zwei Parzellen weiter, wurde von den Besitzern immer im Freilauf gehalten (natürlich war dies auf dem CP nicht erlaubt), der Stellplatz des Wohnwagens der Hündinnenbesitzer wurde von diesen eingezäunt. Nun entwickelte sich ein fröhliches Miteinander, der Rüde belagerte den Stellplatz, markierte sehr oft den Zaun und liess sich nicht mehr abrufen. (Warum auch, wird wahrscheinlich im normalen Leben auch viel Freiraum haben.) Irgendwann waren alle genervt.

Verständlich, für beide Seiten. Was sich aber darauf entwickelte war in dem Post auf FB eine wahre Hexenjagd als eine unbeteiligte Rüdenbesitzerin ihre Meinung kundtat, die da war: Finde ich unglaublich, eine läufige Hündin gehört nicht auf den Campingplatz!

Es brach schon fast ein Shitstorm über der Frau herein, ich konnte beim Lesen das Fremdschämen nicht gut unterdrücken. Es wurde unsachlich, ging unter die Gürtellinie, selbst mahnende Stimmen wurden ignoiert. Am Ende wollten die einen den Rüden und die anderen die Hündin kastrieren lassen, nur, das sei betont, weil sich beide Seiten vom jeweils anderen Hund belästigt fühlten.

Worauf hin ich mir mal wieder die Frage stellte, was es eigentlich mit dem Thema Kastration und deren Nutzen im Zusammenleben für den Hundehalter und vor allem für den Hund wirklich auf sich hat.

Warum lassen Menschen ihre Hunde kastrieren?

  • aus gesundheitlichen Gründen / dazu gibt es mittlerweile hinreichend Material / folgen Sie auch den Links im Text um sich ein Bild zu machen
  • aus erzieherischen Aspekten / auch hier ist mittlerweile hinlänglich belegt, dass eine Kastration Erziehung nicht ersetzt.
  • um das Zusammenleben in unserer Gesellschaft zu erleichtern
  • und, zu guter Letzt, auch aus Bequemlichkeit.
  • wobei nicht auszuschließen ist, das hier der eine oder andere Punkt auch mehrfach bei einem Hund genannt wird.

Die Kastration des Hundes (Rüde/Hündin).

Vorab, ich bin keine Tierärztin, kann also aus gesundheitlicher Sicht nur auf die aktuellen Forschungen verweisen. Und den geneigten Leser bitten, der sich mit diesem Thema beschäftigt, meine Erfahrungen als das zu nehmen, was sie sind: Persönliche Erfahrungen, verbunden mit der Bitte zu überdenken, was für Sie der Grund für eine Kastration ist. Ich schildere hier einen Bruchteil an Erfahrungen aus bald 20 Jahren Zusammenleben mit mehreren Hunden – kastriert und unkastriert – einige Jahre davon bereits im gemischten Rudel.  Im Verlauf dieses Artikels werde ich dazu noch Links einstellen, die das Thema wissenschaftlich und/oder aus verhaltenstherapeutischer Sicht beleuchten. Das Lesen lohnt, wenn man sich vor einer Kastration seines Hundes informieren möchte.

Wie leben wir und warum sind dabei auch kastrierte Hündinnen?

Zur Zeit besteht unsere Gemeinschaft aus kastrierten und unkastrierten Hündinnen und einem potenten Rüden. Ist das Leben sonst in einer mehr oder weniger abgeklärten Gemeinschaft recht angenehm, verändert sich bei den Läufigkeiten natürlich einiges. Und, das nicht nur, weil wir einen intakten Rüden haben. Ist eine oder mehr als eine Hündin läufig haben wir so ca. 8 +/- Tagen (bei dem Zyklus von einer Hündin) wenig bis gar keine Schwierigkeiten, den Rüden und die Hündin auseinander zu halten, denn der Rüde weiß genau, wann es spannend wird. Er kontrolliert, spielt auch gern, aber läßt ansonsten die Mädels in Ruhe. Nicht immer die Mädels den Rüden, aber da sind alle etwas verschieden. Grundsätzlich kann man sagen, dass es die Mädels am liebsten miteinander treiben, der Rüde wird da eher etwas ausgeklammert.

Sind die Stehtage da, müssen wir trennen, keine Frage. Das dauert im Zweifelsfall (wieder bezogen auf eine Hündin) ca. fünf bis sieben Tage, dann fällt die Klappe und alles ist wieder gut. In der Zeit ist es aber für den Rüden anstrengend, er leidet, da gibt es nix drumrum zu reden. Er frißt schlecht bis gar nicht, nur durch Ablenkung, Einzelspaziergänge und ein bissl Training – ohne Weibsbilder im Hintergrund – kann man ihn etwas auflockern. Alle möglichen Mittel ihn zu beruhigen oder den Mädels den Eigengeruch zu nehmen, sind nicht wirklich von Erfolg gekrönt gewesen. Feststeht: Da müssen wir dann alle durch und es ist kein Spaß, aber, es könnte auch schlimmer sein.

Nachts schläft der Kerl allerdings, wie immer, in seiner geliebten Box (die liebt er wirklich) neben meinem Bett und sagt keinen Ton, egal bei welcher Phase der Läufigkeit. Er schläft einfach. Obwohl alle Mädels auch im selben Zimmer sind. Anfänglich waren wir der Meinung, dass die Trennung uns evtl. besser schlafen läßt, aber genau das Gegenteil war der Fall. Er ist am ruhigsten, wenn wir alle zusammen sind.

Zu unseren Mädels: Da wir auch züchten, wenn auch nur in kleinem Rahmen, ist eine Kastration naturgemäß kein Thema. Kastriert wurde eigentlich bei uns gar nicht, egal, ob in der Zucht oder nicht. Bis, ja, bis  zu dem Moment, wo wir große Probleme mit unserer damals 12jährigen Malinois-Hündin bekamen. Ich verkürze diese Geschichte. Sie fiel an einem Tag im Herbst in eine Art epileptischen Anfall. Diese Anfälle wiederholten sich, wenn sie wieder etwas zu Bewußtsein kam, ca. alle 10 Minuten. Wir sind mit wehenden Fahnen zu unserem Tierarzt, der erstmal ratlos war. Um den Hund nicht völlig versinken zu lassen, bekam sie schwere Medikamente und nach Stunden beruhigte sie sich langsam.

Es folgten Untersuchungen mit zwei dramatischen Ergebnissen. Schwerer Zucker und eine Gebärmutterentzündung, die dann später in eine Vereiterung überging. Wir mußten Insulin spritzen um den Zuckerwert halbwegs in den Griff zu bekommen, gleichzeitig gab es Antibiotika. Wenn der Zucker auf ein halbwegs normales Maß sinken würde, würde sie kastriert. Ein Risiko, eine alte, geschwächte Hündin zu operieren. Aber, Bambi war zäh. Sie hat die OP bestens überstanden und war ganz schnell wieder auf den Pfoten. Was aber noch viel überraschender war. Es gab einen Zusammenhang zwischen dem hormonellen Ungleichgewicht und dem Zucker. Nach der OP war der Zucker weg, sie mußte deswegen nie wieder behandelt werden und hatte noch zwei wirklich gute Jahre.

Wir haben daraus gelernt: Heute wissen wir, dass da ein direkter Zusammenhang besteht. Um die Hündinnen vor diesem Risiko zu schützen, wägen wir ab und lassen ggf. kastrieren. Für eine späte Kastration spricht für mich auch, dass das Risiko einer Gebärmutterentzündung steigt, weil das Gewebe des älteren Hundes nicht mehr so elastisch ist, und sich die Scheide, die während der Läufigkeit mehr geöffnet ist, danach nicht mehr so fest verschließt, was dazu führen kann, das Bakterien leichter in den Uterus eindringen können.

Link zum Thema: Zucker und unkastrierte Hündinnen

Fazit: Wir brauchen um zusammen zu leben, keine kastrierten Hunde. Es funktioniert auch so. Unseren Rüden interessieren läufige Hündinnen wirklich nur, wenn diese in den Stehtagen sind. Erst vor kurzem hat direkt er nach einer läufigen Hündin trainiert, die zudem noch auf dem Platz in Sichtweite anwesend war. Erst war er etwas unkonzentriert, aber, nachdem er es für sich geklärt hatte, dass da noch nix los ist, hat er seine Konzentration bei der Arbeit gehabt. Ja, bei uns dürfen läufige Hündinnen auch mittrainieren, warum auch nicht, sie sind ja nicht krank und die Arbeit hilft ihnen eher. Die wenigen Rüden, die anwesend sind, trainieren entweder am Anfang oder wie meiner, auch in direktem Kontakt, das kann er und hat er gelernt, er jammert nicht, sucht manchmal und schnüffelt, aber, meistens legt sich das innerhalb von kurzer Zeit und die Konzentration auf die Arbeit ist für mich immer ein sehr gutes Mittel für Jungs wie Mädels, sich abzulenken und Spaß zu haben. Auf den Agi-Turnieren kommt man an diesem Thema eh nicht vorbei, also gehe ich als Hundesportlerin diesem Thema auch nicht aus dem Weg.

Was ist noch spürbar während eines Zykluses der Hündin?

Auch haben wir Hündinnen, die sich in der Zeit der Läufigkeiten verändert haben. Deutliche Scheinträchtigkeiten waren nie unser Thema, aber trotzdem haben die Mädels damit zu tun. Legen sie im gesamten Temperament und ihrer Spiel- und Arbeitsfreude vor der Läufigkeit immer weiter zu, ändert sich dies teilweise massiv in der Zeit danach. Sie sind ruhiger, es wird auch schlechter gefressen und die Tage scheinen immer ein wenig grauer zu sein. Sind die zwei Monate der imaginären Trächtigkeit überstanden, ist die Welt wieder rosig und das Fressen schmeckt.

Vor vielen Jahren bei meiner ersten Parson-Hündin, die sehr selbstbewußt war, habe ich das Thema lange hin und her geschoben und auch mit meinem Tierarzt besprochen. Damals gab es diesen Trend, der aus den USA rüberschwappte, Hündinnen noch vor der ersten Läufigkeit kastrieren zu lassen. Das war mir schon immer unheimlich. Denn ich habe bisher bei jeder meiner Mädels bemerkt, wie sie sich von Läufigkeit zu Läufigkeit verändert haben, erwachsener und stabiler in ihrem ganzen Verhalten und Wesen wurden. Und, das sollte ich ihnen nehmen? Warum? Ich möchte einen erwachsenen, selbstbewußten Hund an meiner Seite und kein Dauer-Baby. Glücklicherweise gibt es heute auch genügend Hinweise und Untersuchungen, dass man auf diesen Trend nicht zwingend mehr aufspringen muss. Mein Tierarzt brachte dann noch ein Argument, welches mich endgültig davon Abstand nehmen ließ: die kastrierte Hündin verändert sich durchaus in ihrem Wesen, besonders bei einer selbstbewußten Dame kann noch ein bißchen was drauf kommen, was nicht immer so angenehm sein muss. Und, ich kann bestätigen, dass Hazel, als wir sie mit 10 Jahren kastrieren ließen, deutlich grummeliger wurde.

Auch diese meine Beobachtungen finden sich in den verlinkten Artikeln wieder.

Ein für mich immer wichtiges Thema: Die Veränderung des Wesens bei einem Kastraten. Dies wird häufig unter den Tisch gekehrt. Fast jeden, den man fragt, sagt: Alles wie immer! Finde ich schon erstaunlich, wenn ich einen Hund mit sechs Monaten oder einem Jahr kastrieren lasse, dies so festzustellen. Als ich früher oft am Grunewaldsee spazieren war, war ich nach einiger Zeit in der Lage relativ sicher, kastrierte Hunde von unkastrierten zu unterscheiden. Mag Zufall gewesen sein, vielleicht aber auch nicht. Die kastrierten Hunde zeigten sich anders im Spielverhalten, in der Kommunikation und wurden auch oft von ihren Artgenossen anders “behandelt”. Ich verweise dabei auch gerne auf unsere mittlerweile verstorbene Malinois-Hündin, die mit unkastrierten Rüden durchaus spielte, der kastrierte Rüde hingegen wurde nicht nur ignoriert, sondern im Zweifel auch verjagt und in keinster Weise toleriert. Sie hat da so offensichtlich einen Unterschied gemacht, dass es schon fast beängstigend in dieser Klarheit war. Kastraten waren nicht akzeptabel.

Ganz besonders schön finde ich auch die emotionale Ebene bei (meistens) Männern. Abgesehen davon, dass ich es wirklich nicht besonders toll finde, meine Hündin oder meinen Rüden ohne Not operieren zu lassen, bin ich immer wieder platt, wie Männer auf die Kastration eines Rüden reagieren. Man könnte glauben, sie würden allesamt mit kastriert. Wenn es nicht aufzeigen würde, wie wenig rational das Thema teilweise behandelt wird, könnte ich auch herzlich lachen.

Was aber defacto so ist:

Eine Kastration löst keine Erziehungsprobleme! Tut es einfach nicht! Erzählt ihnen das ihr Trainer/ihre Trainerin oder ihr Tierarzt? Wenn ja, schade drum. Oft wird der Weg des geringsten Widerstandes gesucht. Die Hoffnung, dass der kastrierte Rüde wie durch Wunderhand auf einmal hört, keine anderen Rüden mehr anstänkert und sich auch von dem kleinsten anwesenden Zwergpinscher poppen läßt, können wir in den Bereich der Märchen verschieben.

“Entsprechende Verhaltensmuster sind daher schon im frühen Welpenalter zu beobachten und relativ unabhängig von der später einsetzenden Hormonproduktion der Hoden. Viel entscheidender bei Rangordnungsproblemen zwischen Hund und Halter sind die Fehler, die der Mensch in vielen Fällen von Anfang an im Umgang mit dem Hund macht. Um solche Probleme zu beseitigen, bedarf es immer einer sorgfältig auf den Einzelfall zugeschnittenen Verhaltenstherapie. Nur bei einem kleineren Teil der Rangordnungsproblemfälle ist die Kastration als unterstützende Maßnahme notwendig und sinnvoll.”

Zitat
Kastration als Lösung von Verhaltensproblemen beim Rüden?
von Dr. Christiane Quandt, verhaltenstherapeutisch arbeitende Tierärztin, Fredersdorf bei Berlin

Ein kastrierter Hund hat auf jeden Fall eine veränderte Stoffwechsllage und neigt dazu, sein Futter besser zu verwerten. Das er aber deshalb ruhiger würde steht da nicht bei. Er wird vielleicht dicker und dann ruhiger.

Wobei, auch dies können wir nicht bestätigen. Beide kastrierten Hündinnen sind superschlank, fressen gerne und viel und nehmen nicht zu. Wir müssen nicht auf die Futtermengen achten, höchstens dabei, dass sie genug bekommen und nicht abnehmen. Warum auch immer das so ist, wir wissen es nicht.

Keine unserer Hündinnen hatte bisher jemals mit Krebs zu tun, wir wollen hoffen, dass das so bleibt. Nach der Kastration hatten wir bisher auch nie Probleme mit Inkontinenz. Vielleicht hatten wir Glück oder gute Operateure. Was sich deutlich verändert hat, war und ist die Fellqualität. Das Fell wird weicher und wolliger, die Hunde haaren allesamt viel mehr und die Unterwolle nimmt überdurchschnitllich zu, was bei einer Hündin auch zu vermehrtem Juckreiz geführt hat. Bei dieser Hündin können wir aber auch beobachten, dass sie durch die Folgen der Läufigkeit früher immer etwas sehr mitgenommen, dies jetzt nicht mehr hat und sie einfach in sich stabil ist.

Mein Fazit ist: Ich lasse meine Hunde nur kastrieren, wenn es unumgänglich ist, also es eine gesundheitliche Indikation vorliegt. Vorher lasse ich meinen Hunden immer die Zeit ihre Entwicklung, auch ihre Themen zu erleben, erwachsen zu werden und ihr Wesen auszuprägen. Würde es in jungen Jahren massive Gründe für eine Kastration geben (z.B. starke Scheinträchtigkeiten, Gebärmutterentzündungen, schnell wieder kehrende Läufigkeiten bei denen der Körper und die Psyche der Hündin keine Möglichkeit hat, sich zu regenerieren) würde ich dies mit einem Arzt meines Vertrauens besprechen und abwägen.

Kastration – fahrlässige oder vorsätzliche Körperverletzung

Ich würde nie einen Hund aus eigener Bequemlichkeit kastrieren lassen, seien es etwaige Erziehungsprobleme, die man abstellen möchte oder die blutende Hündin, die mehr Arbeit macht. Dies ist für mich eher ein Indiz, so hart das jetzt klingt, dass diese Hunde eben mitlaufen und funktionieren sollen/müssen, es wird versucht, sie zu deckeln, damit man nicht so viel Zeit in Erziehung oder Pflege investieren muss. Die Hunde, die aus gesundheitlichen Gründen kastriert werden müssen, diese Zahl ist, glücklicherweise im Verhältnis dazu sehr klein.

Was ich immer sage, wenn mich jemand um Rat fragt: Du weißt, was du hast, du weißt nicht, was du bekommst! Ist der Hund kastriert, ist es unumkehrbar.

Die gesundheitlichen Folgen und Vorteile kann man in dem nachstehend verlinkten, für mich zur Zeit einer der lesenswertesten, Artikel nochmals nachlesen.

Die Kastration beim Hund – Ein Paradigmenwechsel

Um den netten Doktor zu zitieren: Bleiben Sie uns gewogen (mag ich sehr) und halten Sie durch (beim Lesen).

 

Sinn einer Hundebox

Sinn einer Hundebox

Die Hundebox! Ein oft kontrovers diskutiertes Thema, wie mir wieder mal vor Augen geführt wurde, weil viele Menschen immer noch denken, dass ein Hund eine Box wie ein Gefängnis empfindet. Hunde sind keine Menschen, sie empfinden vollkommen anders was Dinge wie Freiheit, Sicherheit und Schutz […]

Parson (Jack) Russell Terrier

Ursprünglich für die Baujagd gezüchtet, war der PRT oder Parson (Jack) Russell Terrier über Generationen hinweg das kleine Energiebündel unter den Gebrauchsterriern nach dem Motto “Schön ist, was dem Gebrauch dient“.  Und so wurde auf viele Dinge, die das Äußere betrafen, eher weniger als übertrieben viel Wert gelegt. […]


Gedanken

Sinn einer Hundebox

Sinn einer Hundebox

Die Hundebox! Ein oft kontrovers diskutiertes Thema, wie mir wieder mal vor Augen geführt wurde, weil viele Menschen immer noch denken, dass ein Hund eine Box wie ein Gefängnis empfindet. Hunde sind keine Menschen, sie empfinden vollkommen anders was Dinge wie Freiheit, Sicherheit und Schutz angehen. Dies ist ein häufiger Trugschluss, der so ganz nebenbei auch zu einigen kontroversen Diskussionen mit seinem eigenen Hund führen kann. (Natürlich, je nach Temperament und Geduldsfaden.)

Deshalb bitte ich Sie, den folgenden Artikel als Anregung zu nehmen und zu entscheiden, ob die Integration einer Hundebox in Ihre Vorstellungen eines “artgerechten” Elements im Leben eines Hundes paßt. Alle Anregungen und Informationen dieser Seite beruhen auf vielen Erfahrungswerten und Auseinandersetzung mit den Anforderungen und Bedürfnissen von Hunden, die sich in unsere heutige Gesellschaft integrieren sollen. Ein nicht immer so leichter Job für unsere Hunde.

Dieser Artikel ist lang, denn er soll mit Vorurteilen aufräumen und an deren Stelle die Kenntnis über die Anwendung einer Hundebox setzen.

Nun zum Thema: Also, was ist überhaupt der Sinn und Zweck einer Hundebox?

Sie soll Ihrem Hund eine Rückzugsmöglichkeit, einen ruhigen Schlafplatz geben. Uns Menschen hilft sie in verschiedenen Situationen im Zusammenleben mit dem Hund, ob erzieherisch, für seine Sicherheit oder als Transportmittel.

Box in der Wohnung.
Was mache ich nachts?

Nachts?
Grundsätzlich bin ich immer dafür einen Welpen anfänglich mit im Schlafzimmer schlafen zu lassen, ich möchte, dass er sich sicher fühlt und eine gute Bindung zu uns aufbaut und möchte ihm das doch sehr prägende Gefühl des Alleinseins ersparen. Gerade in den ersten Nächten, wenn es ja zusätzlich darum geht, dem Hund eine Möglichkeit zu geben, sich im Garten und nicht auf seinem Platz zu lösen, ist es sehr wichtig, dass mein Welpe in meiner Nähe und “unter Aufsicht” ist.

Aber, es gibt Hundehalter, die dies, aus verschiedensten Gründen, konsequent ablehnen, genauso wie viele es ablehnen, dass ihr Hund im Bett schläft.

Letztendlich muß das natürlich jeder für sich entscheiden, die nachstehend aufgeführte Beschreibung ist somit innerhalb als auch außerhalb des Schlafzimmers durchführbar. Sollte der Hund allerdings außerhalb des Schlafbereiches der Menschen sein, MUSS sichergestellt sein, dass er, wenn er sich nachts lösen muß, auch seine Box verlassen kann.

Da dies nur mit einem Menschen geht, der die Box öffnet, müssen Sie hören, wenn ihr Welpe anfängt unruhig zu werden. Überlegen Sie sich also gut, wo die Box dann aufgebaut wird, um dem kleinen Wicht den Stress zu ersparen, sich auf seinem Schlafplatz zu lösen, weil ihn niemand hört. Wenn dies nicht möglich ist, sollten Sie evtl. auf einen Laufstall oder Stubenkäfig zurückgreifen. (Bitte nicht aus dem Hinterkopf verlieren, dass ein Welpe mit ca. acht Wochen normalerweise nachts selten länger als ca. vier Stunden seine Blase kontrollieren kann. Er MUSS also, wenn er so klein ist,  normalerweise nachts anfänglich noch raus. Aussnahmen davon gibt es immer.)

Der Stubenkäfig, der Laufstall oder die Box sollte ruhig mit einer dunklen Decke “überdacht” sein. Der Welpe sollte also vom ersten Tag an, im neuen zu Hause nach der letzten Gassi-Runde, in der Box übernachten. Anfänglich kann es hier – je nach Temperament – zu deutlichen Unmutsbezeugungen kommen, zum einen, weil der Welpe eine Box vielleicht noch nicht so gut oder gar nicht kennt und zudem leidet er in der ersten Zeit bei Ihnen auch noch unter Trennungsangst, weil er von der Mutter und den Wurfgeschwistern getrennt wurde. (Klären Sie mit dem Züchter, ob der Welpe eine Box bereits kennen gelernt hat und wie er sich verhalten hat.)Trotzdem darf man sich von dem kleinen Wicht nicht zermürben lassen und den Welpen aus der Box holen, denn die Erleichterung über die Ruhe, sollte bei Ihnen schnell dem Gefühl weichen, dass der Welpe einen seiner ersten großen Lernerfolge erzielt hat: Wenn ich lange genug rummaule oder schreie, dann kommt irgendjemand und holt mich, prima. Überlegen Sie sich also gut, ob Sie Ihre kurzfristige Erleichterung gegen den langfristigen Lernerfolg setzen.

Kurzer Hinweis: Es ist für einen Welpen viel leichter nachts in der Box zu schlafen und dies auch relativ schnell ohne umfangreiche Übungen anzunehmen, als tagsüber, wenn drumrum der Bär steppt. Seien Sie sich dessen bewußt. Und, wie immer der Hinweis: Jeder Welpe ist anders, reagiert anders, hat schon andere Erfahrungen gesammelt. Wir geben hier allgemeine Ratschläge und Hinweise, bei speziellen Fragen, konsultieren Sie ihren Trainer in der Hundeschule oder dem Hundeverein.

Wer sich jetzt die Frage stellt, warum der Hund nicht in einem Körbchen oder auf seinem Kuschelplatz neben dem Bett schlafen kann, ist dies leicht zu beantworten. Alle Hunde, mit denen ich so begonnen habe, neigten dazu, nachts ins Bett zu krabbeln, wenn irgend möglich oder auf Tour zu gehen und irgendwo ihr Geschäft zu machen, um dann ins Bett zu krabbeln. Damit war klar, dass es länger dauert, bis der Welpe stubenrein wird, und ich keinen Einfluß darauf habe, weil ich es u.U. nicht merke oder, wenn ich es merke, es bereits zu spät ist. Deshalb die Box, die von allen Welpen, die wir großgezogen haben, vollkommen selbstverständlich angenommen wurde und sich somit als große Hilfe herausgestellt hat. Die vorstehend möglichen beschriebenen Heulkonzerte blieben bei uns aus.

Bei uns war dieses Thema meist nach einer Woche erfolgreich abgeschlossen und es wurde durchgeschlafen. (ca. von 24 Uhr – letzter Gassigang – bis 6 Uhr morgens) Ein Nebeneffekt, der nicht außer Acht gelassen werden sollte, ist, dass dem Welpen Grenzen gesetzt werden, was ein Bereich der Erziehung ist, der einfach auch dazu gehört.

Wie Sie es später handhaben, wenn der Welpe nachts gut durchschläft und Sie relativ sicher sein können, dass nachts kein Malheur mehr passiert (Auch hier wird es immer wieder Ausrutscher geben können.) bleibt allein Ihnen überlassen.

Tagsüber und in der Wohnung/Haus:

Mit einer Box hat der Hund einen wichtigen Ruheplatz, an dem er sich immer zurück ziehen kann, wenn er möchte. Schon bei einem Welpen sollten Sie darauf achten, dass er mal zur Ruhe kommt, gerade in einer Familie mit Kindern fällt es jungen Hunden sehr schwer, weil eben oft auch viel los ist. Lernt aber der junge Hund nicht, auch mal abzuschalten, lernt er im Gegenzug, dass es ok ist, immer aktiv zu sein, damit erzieht man sich schnell einen hyperaktiven Diplomhektiker heran, was weder für den Hund noch für seine Menschen wirklich das Ziel sein kann. Gerade junge Hunde und Welpen brauchen diese Ruhephasen, um Erlerntes zu verarbeiten. Eine Rasse, wie die unsere ist von Natur aus eher hibbelig, also sollten Sie hier dem Welpen schon frühzeitig seine ruhigen Phasen zubilligen, denn die braucht er. Zudem muss jedatze_anna_boxer Hund auch Situationen mit Ihnen erleben, wo er Ruhe halten muss, sei es im Restaurant, vielleicht im Büro, in der U-Bahn usw..

Ich kenne auch wenige Menschen, die in der Lage sind einen Welpen 24 Stunden non-stop zu betreuen. Einkäufe, Behördengänge, und sonstige Erledigungen sind leichter zu bewältigen und auch im Auto kann man so den Welpen mitnehmen, ohne große Aktionen wie Gurt, zweite Person etc. zu aktivieren. Ich habe früher meine erste Parson-Hündin fast überall mit hin genommen. Da sie die Box von klein an gut kannte und sehr mochte, war sie in der Kneipe, im Restaurant oder sogar in der Tanzstunde in der Box dabei und hat friedlich geschlafen. Da ich sie mit ins Büro nehmen konnte, war es auch immer wieder mal nötig, wenn z.B. Kunden kamen, sie in die Box zu packen. Alles das war völlig unproblematisch.

Diesbezüglich umschiffen Sie vielleicht auch das Problem, den Welpen mal für gewisse Zeit in Betreuung zu geben (Nachbarn, Freunde, eigene Kinder usw.), wo ihm wieder einige Marotten beigebracht werden, die Sie nicht möchten. Ich erinnnere mich gerne an gute Freunde, die immer einen Heidenspaß hatten, Hazel am Tisch zu füttern. Ich fand es nicht ganz so lustig, war aber letztendlich machtlos. Desweiteren wird der Hund nicht Gefahr laufen, Verwirrungen ausgesetzt zu sein, denn das wäre er, wenn jeder dem Hund eine eigene “Erziehungsmethode” aufschwatzt, und jeder ihm die Marotte des anderen abgewöhnen möchte,  der Fall.

Dies heißt natürlich nicht, im Umkehrschluss, dass man seinen Welpen nicht auch anderen Menschen anvertrauen sollte oder kann. Aber hilfreich ist es schon, wenn der andere Mensch dann auch weiß, was in Ihrem Sinne und für den Welpen hilfreich ist.

Nicht zu vergessen ist, dass wenn Ihr Hund, was wir alle nicht hoffen, aber doch immer wieder passiert, mal in die Tierklinik muss und/oder dort auch einige Tage verbleiben muss, es für einen nicht an die Box gewöhnten Hund noch mehr Stress bedeutet.

Oder, Sie möchten mal mit dem Flugzeug verreisen? Welch´ein Plus für einen an die Box gewöhnten Hund. Der Transport im Frachtteil eines Flieger ist schon Stress genug, aber ohne an die Box gewöhnt zu sein, potenziert sich dies.

Desweitern lernt ein Hund durch das Sich-Zurückziehen können und müssen, auch mal alleine zu sein, dadurch wird ein oft auftretender Fehler der Hundehalter unterbunden, nämlich beim Welpen oder Junghund auftretende Trennungsangst durch zu große Bindung!  Auch Gefahren, denen der Welpe ausgesetzt ist, wenn er alleine in einer Wohnung unterwegs ist (Stromkabel etc.), werden vermieden. Wenn es also wirklich mal nötig sein sollte, den Welpen alleine zu lassen, kann eine Box eine wertvolle Hilfe und Unterstützung sein. (Hierbei bitte ich Sie allerdings die u.a. Tipps zur Gewöhnung an eine Box zu beachten.)

Zudem ist es für (junge) Hunde ein nicht zu unterschätzender Stressfaktor, wenn Sie in einer Wohnung alleine gelassen werden. Leider entspricht es der Realität, dass viele Menschen sich einen Hund anschaffen und von dem Welpen dann quasi “erwarten”, dass dieser mit drei oder vier Monaten bereits über längere Zeiträume alleine bleibt. Für mich ein No-Go. Der Weg, dass ein Hund stressfrei alleine bleibt, ist nicht so kurz und auch von Hund zu Hund verschieden. Allerdings sollte man sich darüber im klaren sein, dass ein junger Hund, der alleine bleiben muss, zusätzlich von seinem “Rudel bzw. seiner Familie” getrennt ist, einem enormen Stress ausgesetzt sein kann.

Läßt man einen jungen Hund dann tatsächlich überfallartig allein, kann das schwerwiegenden Folgen für die Psyche des Welpen haben. Ich habe schon junge Schäferhunde erlebt, (nein, nicht unsere.), die sich durch Badezimmerwände gebissen haben, die einfach nur versucht haben, der Situation zu entkommen. Ein Alptraum

Schauen wir uns einfach mal an, wie es ein Hund empfindet, wenn er (jung dazu) alleine gelasesen wird. Abgesehen von dem Gefühl, getrennt zu sein von allem, was ihm wichtig ist, also Rudel und/oder Bezugpersonen, gibt es ein ganz tief sitzendes Bedürfnis,  sein Revier zu beschützen. Und je größer der Freiraum ist, den der Hund durch eine nicht eingeschränkte Bewegungsfreiheit in der Wohnung empfindet, um so größer ist der Stress für den Hund. Die Box schafft hier auch die Möglichkeit, dass der Hund zur Ruhe kommt, anderenfalls können sich Bellen und Jaulen noch schneller entwickeln. Man kann natürlich genauso überlegen, die Einschränkung auf einen einzelnen Raum zu beziehen. Die Box als solche ist nicht die erste Wahl, wenn der Hund allein sein soll, sie ist aber eine Alternative, die gute Möglichkeiten bietet, weil sie dem Hund Entspannung statt Stress bieten kann (bei entsprechender Gewöhnung) und auch die Sicherheit des Hundes gewährleistet.

Grundsätzlich rate ich aber dringend davon ab, Hunde über längere Zeiträume in einer Box ohne Aufsicht zu lassen. Hier sind, genauso wie beim Alleinelassen, für mich deutliche, zeitliche Grenzen vorhanden. Unsere Hunde sind, wenn sie mal alleine bleiben müssen, nicht in der Box, weil es nicht notwendig ist. Die Box ist also eine Möglichkeit für das Alleinebleiben, wir nutzen sie aber schwerpunktmäßig und mit großer Überzeugung für den Transport und Sicherheit im KFZ, als Schlafplatz und zum Ausruhen auf Turnieren.

Box im Auto?

Für das Auto empfehle ich nur den Transport in einer Hundebox, so dass ein frühzeitig an seinen Aufenthalt in einer Box gewöhnten Welpen dies auch nicht stört, sondern im Gegenteil ihm ein Gefühl der Sicherheit vermittelt, weil er nicht durch die Gegend kullert oder vom Sitz fliegt, und sich dadurch verletzten kann. Ist so etwas mal passiert, kann auch der Stress für den Hund beim Autofahren ansteigen.

Wie oft sehe ich gerade Hunde kleinerer Rassen hinten auf der Ablage thronen oder bei Herrchen  und Frauchen auf dem  Schoß, sicherlich ein süßer Anblick und auch ich empfinde es als schön, meinen Wicht bei mir zu haben, aber sich auszumalen, wo der Hund bei einem Unfall oder einer Vollbremsung abbleibt, ist sicher nicht schön. Bei mehreren Hunden erledigt sich das dann sowieso recht schnell, weil je mehr Hunde, um so höher das Risiko KEINE Kontrolle über die Wichte zu haben – nicht schwierig sich vorzustellen, was da alles passieren kann. Durch unseren persönlichen, schweren Autounfall, den wir hatten, kann ich die Box nur allen, die sich um die Sicherheit ihrer Vierbeiner beim Autofahren sorgen, wärmstens ans Herz legen. Wer die Box von unserer Hazel gesehen hat, aus der sie unbeschadet rauskletterte, hat keine Fragen mehr zu deren Sinn. Zudem, so ganz nebenbei, ist es auch Vorschrift, Hunde im Auto zu sichern.

Wir  sollten uns insgesamt von der Idee verabschieden, dass Hunde die gleichen Vorstellungen  haben wie wir, wenn sie einen kleineren Schlafplatz haben, sie empfinden dies nicht als Gefängnis, sondern im Gegenteil, als sicheren Ort (nicht vergessen: Hunde sind Höhlentiere!!!), an den sie sich zurückziehen können. Nachteil: Keiner! (Dies gilt nur für Welpen oder Hunde die Boxengewöhnung haben)

Nachfolgend empfehlenswerte Boxenhersteller:

Kleinmetall

Ei-Li Hundeboxen

Dog´s Finest – Maelson Klappboxen

Tipps zur Gewöhnung an die Hundebox

Die Gewöhnung an die Box erfolgt meistens schon beim Züchter. Wir haben ab ca. der fünften Woche eine Box im Welpenauslauf stehen, die immer wieder gerne zum Toben oder Schlafen genutzt wird, egal, ob im Wohnzimmer oder im Garten. Die Box ist immer offen, sie wird selbstverständlich angenommen und akzeptiert.

Erste Autofahrten, z.B. für den Besuch beim Tierarzt oder die Fahrt zu einem Spaziergang mit den kleinen Knirpsen werden natürlich verbunden mit einer Übung während der Fahrt in der Box zu sein. Die meisten Welpen von uns haben damit keinerlei Probleme, wir sind allerdings auch immer zu zweit, einer fährt, eine Person sitzt bei der Box mit den Zwergen.

Ist Ihr Welpe noch nicht an die Box gewöhnt und Sie möchten dies aber trainieren, müssen sie langsam in kleinen Schritten und entspannt vorgehen. Die Box sollte beispielsweise immer im Wohnbereich integriert sein und keinen Platz haben, wo der Welpe dann abgeschoben wird. Das macht man so natürlich nicht. Auch sollte die Box gemütlich sein, also gut riechende, kuschelige Decken oder ein Kleidungsstück von Ihnen als Kuschelunterlage beinhalten. Und, man sollte auch mal ein Decke drüber legen, um den Höhlencharakter und damit die Rückzugsqualität zu fördern. Man kann natürlich den Eingang offen lassen oder nur teilweise abdecken.

Versuchen Sie, dass der Welpe die Box von sich aus aufsucht, vielleicht mit einem Kaustick, einem besonders tollen Leckerchen, einem Snackball in der Box oder sich evtl. auch dorthin zurückzieht, weil er sich dort gut aufgehoben fühlt, was natürlich der Idealfall ist.

Bleiben Sie in der Nähe (vor allem, wenn er etwas zu knabbern hat) und lassen den Zwerg gewähren, Dinge ausprobieren, (üben Sie in dieser Phase der Gewöhnung keinesfalls Druck aus) und vielleicht schläft er darüber auch ein. Die Box sollte zu einem Ort für ihn werden, an dem er sich sicher und geborgen fühlt.

Sollte er tagsüber einfach mal so müde sein, dass er einschläft, können Sie ihn ruhig in die Box legen, sollte er wach werden, helfen ein paar beruhigende Wort oft sehr. (Wichtig: Versuchen Sie diese Übungen nicht, wenn der Welpe  gerade eine seiner aktivsten Phasen hat, das ist in der Gewöhnungsphase kontraproduktiv und wird Sie nicht zum Erfolg führen.)

Bleiben Sie in der Nähe, lassen ihn anfänglich nicht allein. Sollte der Zwerg fest schlafen, schliessen Sie die Box. Behalten Sie die Box mit ihrem Welpen im Auge, wird er wach und ist ruhig, ist ein wenig Fingerspitzengefühl gefragt. Wird er gleich unruhig, schätzen Sie ab, ob er evtl. raus muss um sich zu lösen. Möglicherweise ist es auch nur ein kurzes “Hallo, ich bin noch da, ist hier noch jemand?”, dann kann es sein, dass er recht schnell wieder einschläft. Dies sind Erfahrungswerte, die man nicht pauschalisieren kann, da auch jeder Welpe anders vom Temperament und seiner Frustrationsschwelle ist.

Ist er beispielsweise schon länger als, sagen wir mal eine halbe Stunde in der Box gewesen und hat ruhig geschlafen, sollten Sie ihn am besten gleich aus der Box nehmen, wenn er wach wird und noch nicht murrt, denn jetzt ist es auch der richtige Zeitpunkt um wieder Gassi zu gehen.

Hat Ihr Welpe die Box schon angenommen, kann man das Gehen in die Box auch wie einen Trick mit einem Kommando verknüpfen. Anfänglich kann man ein Leckerchen in die Box werfen und dann einfach BOX sagen.

(Der Clicker als Hilfsmittel ist dafür einfach super. Unsere Welpen werden bereits mit sechs Wochen angeclickert, Welpen lernen in diesem Alter unfassbar schnell, es ist eine Freude, dies zu begleiten und zu fördern.) Nach einigen Tagen, je nach dem, wie schnell der Kleine von Begriff ist :-), kann man das BOX-Kommando voranstellen und das Leckerchen kommt erst, wenn der Welpe die Box aufsucht. (Anfänglich, so baut sich Clickertraining ja auf, kann man schon das Orientieren in Richtung Box bestärken. Und, sinnvollerweise, sollte die Box nicht unendlich weit weg sein.)

So sollte einer positiven Verknüpfung wirklich wenig im Weg stehen.

Ähnlich baut man übrigens auch das Alleinebleiben auf, also kleine Schlaf-Phasen nutzen, um mal den Raum zu verlassen, vielleicht später mal den Müll runterzubringen usw.. (mehr dazu unter Alleinbleiben.)

Sollte es aber nicht so harmonisch zugehen, denn jeder Welpe ist anders und hat auch evtl. bereits andere Lernerfahrungen gemacht, was ja durchaus denkbar ist, könnte der Zwerg jammern, bellen oder kratzen, das wollen wir ja nicht unter den Tisch kehren. Wenn Sie eh bei der Box waren, verhalten Sie sich ruhig. Waren Sie nicht in der  direkten Nähe, gesellen Sie sich ruhig zu ihm, verhalten Sie sich aber zurückhaltend, tröstende Worte oder Streicheln sind nur Wasser auf die Mühlen, auch ein “Erlösen” hat erzieherisch eher wenig konstruktive Effekte. Welpen lernen extrem schnell, mit welchem Verhalten sie ihre Ziele erreichen. Leider ist der Mensch mit weniger Lerngeschwindigkeit ausgestattet. Warten Sie eine ruhige Phase ab, die kann auch ganz kurz sein, und öffnen Sie ruhig die Box und tun so, als wenn dies das normalste der Welt sei. Geben Sie nicht zuviel Euphorie auf das Öffnen und Herauslassen, dies ist ein normaler Vorgang und sollte vom Welpen dann auch so verknüpft werden.

Wir persönlich nutzen im eigenen Haus die Box ausschließlich nachts, tagsüber ergibt es sich in unserer Lebenssituation äußerst selten, dass wir eine Box nutzen müssen. Trotzdem werden Boxen tagsüber als Liegeplätze aufgesucht, auch das ist völlig normal.

Niemals, und auch das ist ein wichtiger Punkt, lassen wir allerdings unseren Welpen über einen längeren Zeitraum alleine in der Box.

Anschaffung einer geeigneten Hundebox

Das wichtigste Kriterium bei der Anschaffung sollte zum einen die richtige Größe der Box und ihr überwiegender Einsatz sein.

Bei der Größe kann man generell sagen: Nicht zu groß und nicht zu klein. Also: Der Hund sollte sich gut hinlegen, ausstrecken und auch aufrecht sitzen können. Die Box sollte aber nicht aus falschem Good-Will zu groß angeschafft werden, gerade, wenn es sich um eine Hundetransportbox für den Einsatz im Auto handelt. Hier sollte die Größe so bemessen sein, dass der Hund noch gut Halt findet, wenn es mal heftiger in die Kurve geht oder gebremst werden muss. Keinem Hund ist dann damit geholfen, dass die Box so groß ist, dass er in ihr herumgeschleudert wird.

Für das Auto haben wir die besten Erfahrungen mit stabilen Hundetransportboxen aus Aluminium gemacht, Herstellerhinweise finden Sie im Anschluß.

Kleinmetall

Ei-Li Hundeboxen

Dog´s Finest – Maelson Klappboxen

Für die Unterbringung im Haus, auf Ausstellungen oder Turnieren haben sich seit einigen Jahren Softkennels durchgesetzt und auch bewährt. Diese sind leicht und platzsparend zusammen zu falten, wenn sie nicht benötigt werden und bieten einen guten Schutz. Am geeignetsten sind für uns die mit Metallstreben verstärkten, da diese stabiler sind.

Gerade im Sommer werden so auch Mücken und andere Plagegeister abgehalten, weil die Fenster alle mit Fliegengittern versehen sind.